TuS Grün Weiß Himmelsthür III - OHV Aurich      20:41 (7:20)

POKAL-AURICH-TEAM

Was für ein Abend! Was für ein Spiel! Die dritte Herren ist mit einem 20:41 gegen den Drittligisten OHV Aurich aus dem niedersächsischen Pokalwettbewerb ausgeschieden. Doch in der Viertelfinalpartie gegen den riesigen Favoriten zeigte die Dritte erneut große Leidenschaft und begeisterte das frenetische Publikum in der Halle.

Schon vor dem Spiel war zu merken: Heute ist kein Spiel wie jedes andere. Während auf Himmelsthürer Seite erst 3-4 Spieler in der Halle waren, war der OHV Aurich nach fünfstündiger Reisezeit bereits eineinhalb Stunden vor Anpfiff komplett in der Halle. Eine Massagebank war schnell aufgebaut und die müden Beine der Anreise sollten fürs Spiel präpariert werden. Sogar sechs Fans, bewaffnet mit Trommeln, hatten den Weg nach Himmelsthür mitgemacht. Der Kreisligist ließ es dagegen wie gewohnt etwas ruhiger angehen. Dennoch war die Euphorie überall zu spüren.  Die ersten Fans trudelten in der Halle ein und auch für dieses Spiel gab es ein schönes und insbesondere reißfestes Plakat (siehe Foto, vielen Dank an Katharina). In der Kabine gaben die Trainer Sven Braun und der verletzte Andy Janzen unterstützt von Lars Brandes und Tina Scherer  sowie dem erkrankten Außen Nils Steinwede und Liga-Keeper Martin Brei die Richtung für dieses Spiel vor. Andy Janzen zitierte dabei schlicht den großen Franz Beckenbauer:"Gehts raus und spielts Handball" sagte der etatmäßige Halblinke der Dritten.

 

Schon beim Einlaufen der dritten Herren war die Lautstärke in der Halle dann bombastisch. Schon vor dem Spiel sorgte eine fast volle Halle für Gänsehautathmosphäre. Doch die Anfangsphase gehörte gleich den Gästen. Sie hatten bereits mehrfach vorher angekündigt, dass sie das Spiel durchaus ernst nehmen, ging es doch um den Einzug ins Final Four und den DHB-Pokal der kommenden Saison. Man hatte sich wie gewohnt vorbereitet, nur eine Video-Analyse der dritten Herren hatte mangels vorliegendem Material nicht stattgefunden. Zwar stand die Himmelsthürer Abwehr zu Beginn recht ordentlich, doch konnten die Gäste über schnelle Konter zunächst mit 0:3 in Führung gehen. Doch in der 7. Spielminute war es Johannes Mitschka, der das erste Tor für die Dritte erzielen konnte. Beim Stand von 3:5 in der 10. Spielminute schien die Partie, trotz der Übermacht des Gegners, noch nicht vorentschieden. Doch vom knappen Spielstand alarmiert machte der Drittligist ernst und schaltete den Turbo ein. Binnen acht Minuten wurde der Vorsprung auf 3:11 erhöht, bis der TuS das nächste Tor erzielen konnte. Jetzt war klar, dass ein weiteres Wunder nicht mehr möglich sein würde. Die Dritte versuchte trotzdem weiter mitzuspielen und legte in die Aktionen Leidenschaft und Kampfgeist. Tommy Loose zeigte sich im Tor wieder von seiner besten Seite und konnte einige schwere Bälle parieren, gegen die vielen Konter der Gäste, war aber auch er machtlos. So gingen die Gäste bis zum Pausenpfiff der sehr guten Schiedsrichter Thorsten Gottfried und Steffen Brandl aus Göttingen mit 7:20 in Führung.

Im zweiten Durchgang zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Dritte spielte weiter ordentlich mit, musste sich in vielen Aktionen aber den technisch überlegenen Aurichern immer wieder geschlagen geben. Weiterhin war es insbesondere die erste und zweite Welle des OHV, die Angriffsfehler des TuS sofort bestrafte, sofern Himmelsthürs Keeper Niklas Heinemann oder Abwehrspezialist Dario Winkler mit seinen Blocks nicht eingreifen konnten. Im Angriff versuchte der agile Hannes Elfers stets, seine Nebenleute in Szene zu setzen und konnte entweder selbst oder im Zusammenspiel mit Kreisläufer Marcel Jastram oder Linksaußen Kai Watermeyer für Gefahr sorgen. Auf der rechten Angriffsseite war es Florian Senkel, der seinen Außen Heiner Dohmeier und Christopher Ossenkopp jeweils zwei Treffer auflegen konnte. Von Linksaußen traf Steffen Kumme mit einem sehenswerten Heber über 2-Meter-Keeper Helge Rigterink ins Tor. Auch die Nominierung der Akteure der zweiten Herren, Björn Kratzberg, Frederik Stephan und Kevin Busche machten sich wieder bezahlt - alle drei sorgten für viel Druck in der Offensive. So konnte die Dritte zu weiteren Torerfolgen kommen und über 10:27, 13:28, 16:33 und 18:38 schließlich den Vorsprung bei 21 Toren halten. Für eine besonders sehenswerte Aktion sorgte Marcel Jastram mit einen Siebenmeter, den er beim Versuch eines Trickwurfes nicht ganz Richtung Tor bringen konnte. Doch auch dass konnte die gute Laune in der Halle nicht trüben, so dass es am Ende 20:41 aus Himmelsthürer Sicht hieß. Eine deutliche Niederlage, aber gegen eine fünf Ligen höher spielende Mannschaft ein tolles Ergebnis und dank der besonderen Athmosphäre in der Halle ein grandioses Erlebnis. Der weise Abwehrspezialist Christian Janzen, der die heutige Partie von der Tribüne analysierte, konstatierte:"Die Sensation lag in der Luft, doch am Ende ging uns selbige aus! Nächste Saison greifen wir wieder an!"

Um ein solches Ereignis gelingen zu lassen bedarf es großer Unterstützung. Daher ist es an uns, der dritten Herren, nun all denen Danke zu sagen, die uns geholfen haben. Zu allererst gilt Dank dem Team von der Theke, die uns sofort ihre Hilfe angeboten haben und auch noch kurzfristig Getränke organisieren konnten. Auch an den Verein müssen wir den Dank richten, die uns den Start im HVN-Pokal gestattet haben und damit die tollen Spiele gegen Schwarmstedt, Heidmark und Aurich erst möglich gemacht haben. Auch bei unseren Gegner aus Aurich wollen wir uns bedanken, die ein faires und tolles Spiel gezeigt haben. Insbesondere gilt der Dank aber den Zuschauern auf der Tribüne, die angeheizt von unserem Hallensprecher Christoph Scholz trotz des Rückstandes 60 Minuten lang einen Hexenkessel aus der Fohlenkoppel-Arena gemacht haben. Wir hoffen, dass euer Weg euch auch weiter zu den Heimspielen der Dritten führt.

Der TuS gegen Aurich:

 

Tommy Loose (1. - 30.), Niklas Heinemann (31. - 60.) - Johannes Mitschka (4 Tore), Marcel Jastram (4), Hannes Elfers (5), Florian Senkel, Steffen Kumme (1), Heiner Dohmeier (2), Christopher Ossenkopp (2), Kai Watermeyer, Frederik Stephan, Kevin Busche, Björn Kratzberg (1), Dario Winkler (1).

Spielfilm:

0:3, 3:5, 3:11, 5:13, 6:16, 7:20 (Halbzeit), 9:23, 10:27, 13:28, 15:32, 18:38, 19:41, 20:41 (Ende).